Die NBA liefert pro Saison mehr als 2.000 Spiele und der Sportwettenmarkt hat dafür ein eigenes Vokabular entwickelt – eine Mischung aus englischen Fachbegriffen, deutschen Übersetzungen und Buchmacher-Jargon. In sieben Jahren Wettanalyse habe ich festgestellt, dass viele Missverständnisse und Fehler bei NBA-Wetten nicht von schlechter Analyse kommen, sondern davon, dass Begriffe unklar sind oder verwechselt werden.

Dieses Glossar ist mein Nachschlagewerk für alle, die NBA-Wetten ernst nehmen. Nicht alphabetisch nach Lehrbuch, sondern so sortiert, wie die Begriffe in der Praxis auftauchen – mit Erklärungen, die über die bloße Definition hinausgehen.

A – F

Action: Jede platzierte Wette. „Ich habe Action auf die Celtics“ bedeutet: Ich habe eine Wette auf die Celtics laufen.

ATS (Against the Spread): Die Bilanz eines Teams beim Abdecken des Point Spread. Ein Team mit 30-20 ATS hat den Spread in 30 von 50 Spielen geschlagen. ATS ist die zentrale Kennzahl für Spread-Wetter und unterscheidet sich grundlegend von der Straight-Up-Bilanz (Siege/Niederlagen).

Bankroll: Das gesamte Budget, das Sie für Sportwetten reserviert haben. Eine getrennte Summe, die nicht mit Alltags- oder Spargeldern vermischt wird. Professionelle Wetter managen ihre Bankroll mit derselben Disziplin wie ein Unternehmen seinen Cashflow.

Closing Line: Die letzte verfügbare Quote unmittelbar vor Spielbeginn. Sie gilt als die effizienteste Marktinformation und ist der Benchmark, an dem sich die Qualität Ihrer Wettplatzierung messen lässt.

CLV (Closing Line Value): Die Differenz zwischen der Quote, zu der Sie gewettet haben, und der Closing Line. Positiver CLV bedeutet: Sie haben eine bessere Quote bekommen als der Markt zum Schluss angeboten hat. Die wichtigste Langzeit-Kennzahl für profitables Wetten.

Cover: Den Spread schlagen. „Die Bucks haben gecovered“ bedeutet: Sie haben mit genügend Vorsprung gewonnen (oder als Underdog knapp genug verloren), um den Spread zu übertreffen.

Edge: Ihr analytischer Vorteil gegenüber dem Buchmacher oder dem Markt. Ohne Edge sind Sie langfristig nicht profitabel.

Fade: Gegen eine bestimmte Seite wetten. „Ich fade die Lakers“ heißt: Ich wette gegen die Lakers, typischerweise weil die öffentliche Meinung zu stark auf deren Seite neigt.

Flat Betting: Bei jeder Wette denselben absoluten Betrag setzen, unabhängig von der Überzeugungsstärke oder Bankroll-Schwankung.

Futures: Langzeitwetten, deren Ergebnis erst am Saisonende feststeht – etwa Championship-Sieger, MVP oder Win-Totals.

G – M

GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder): Die deutsche Regulierungsbehörde, die Sportwettlizenzen vergibt und überwacht. Nur GGL-lizenzierte Anbieter operieren in Deutschland legal.

Handicap: Deutscher Begriff für Point Spread. Der Favorit erhält einen virtuellen Punkteabzug, der Underdog einen Bonus – das soll den Qualitätsunterschied ausgleichen und eine ausgeglichene Wettmöglichkeit schaffen.

Handle: Das Gesamtvolumen aller Wetten auf ein bestimmtes Spiel oder Event. Hohes Handle bedeutet viel Aufmerksamkeit und typischerweise effizientere Quoten.

Hedge: Eine Gegenwette platzieren, um das Risiko einer bestehenden Wette zu reduzieren. Wird häufig bei Futures eingesetzt, wenn sich die Gewinnchance verbessert hat.

Implied Probability (Implizite Wahrscheinlichkeit): Die Wahrscheinlichkeit, die eine Dezimalquote impliziert. Berechnung: 1 geteilt durch die Quote. Bei 2.00 = 50 Prozent, bei 1.50 = 66,7 Prozent.

In-Play / Live-Wetten: Wetten, die nach Spielbeginn platziert werden. In Deutschland durch die GGL-Regulierung auf ergebnisbezogene Wetten beschränkt. Die 5,3 Prozent Sportwettsteuer fällt auch auf Livewetten an.

Line: Die vom Buchmacher gesetzte Linie – Spread, Over/Under oder Moneyline. „Die Linie bewegt sich“ bedeutet: Der Buchmacher passt seine Einschätzung an.

Lock: Angeblich „sichere“ Wette. Mein Rat: Es gibt keine Locks in der NBA. Wer dieses Wort benutzt, verkauft Ihnen etwas.

Marge (Vig/Juice): Der eingebaute Vorteil des Buchmachers. Die Differenz zwischen den fairen Quoten und den tatsächlich angebotenen Quoten. Bei NBA-Hauptmärkten typischerweise 4 bis 8 Prozent.

Moneyline: Die einfachste Wettform – wer gewinnt das Spiel? Keine Punktedifferenz, keine Bedingungen, nur Sieg oder Niederlage.

N – S

Net Rating: Offensive Rating minus Defensive Rating, berechnet pro 100 Possessions. Die aussagekräftigste einzelne Statistik für die Einschätzung der Teamstärke bei NBA-Wetten.

OASIS: Bundesweites Sperrsystem für GGL-lizenzierte Glücksspielanbieter. Überwacht das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 EUR pro Monat und ermöglicht Selbstsperren.

Over/Under (Totals): Wette darauf, ob die Gesamtpunktzahl beider Teams über oder unter einer vom Buchmacher gesetzten Linie liegt. Bei den meisten Anbietern zählt die Overtime mit.

Pace: Anzahl der Possessions pro 48 Minuten. Entscheidender Faktor für Over/Under-Wetten. Hohe Pace = mehr Abschlüsse = tendenziell mehr Punkte.

Parlay (Kombiwette): Mehrere Einzelwetten in einem Wettschein kombiniert. Alle Auswahlen müssen gewinnen. Höhere Gesamtquote, aber deutlich höhere effektive Marge.

Player Props: Wetten auf individuelle Spielerleistungen – Punkte, Rebounds, Assists, Dreier, Steals und mehr.

Push: Das Ergebnis landet genau auf der Linie (z. B. Spread -7, Team gewinnt mit exakt 7 Punkten). Der Einsatz wird zurückerstattet.

ROI (Return on Investment): Gesamtgewinn (oder -verlust) geteilt durch den Gesamteinsatz, in Prozent. Ein ROI von +5 Prozent bedeutet: Für jeden eingesetzten Euro kommen im Schnitt 1,05 EUR zurück.

Same Game Parlay (SGP): Kombiwette innerhalb eines einzelnen Spiels. Die Quoten werden wegen Korrelation zwischen den Auswahlen reduziert.

Sharp: Professioneller, gut informierter Wetter, dessen Einsätze die Linien bewegen. Gegenteil: Square (Gelegenheitswetter).

Spread (Point Spread): Der vom Buchmacher gesetzte Punktevorsprung, den der Favorit übertreffen muss. Boston -7.5 bedeutet: Boston muss mit mindestens 8 Punkten gewinnen.

T – Z

Teaser: Ein Parlay, bei dem Sie den Spread zu Ihren Gunsten verschieben können – im Austausch gegen eine niedrigere Gesamtquote.

True Shooting Percentage (TS%): Effizienzmaß, das Zwei-Punkt-Würfe, Dreier und Freiwürfe gewichtet berücksichtigt. Nützlich für Player-Prop-Analyse: Hohe TS% deutet auf nachhaltige Performance hin.

Under: Das Ergebnis liegt unter der gesetzten Gesamtpunkte-Linie. Gegenteil: Over.

Unit: Eine standardisierte Einsatzeinheit, typischerweise 1 Prozent der Bankroll. „Ich setze 2 Units“ bedeutet: 2 Prozent meiner Bankroll.

Value: Eine Wette, bei der die angebotene Quote höher ist als die faire Quote – also die Quote mehr bietet, als das Risiko rechtfertigt. Das Fundament jeder profitablen Wettstrategie.

Vig (Vigorish): Synonym für Juice/Marge. Die „Gebühr“ des Buchmachers, eingebaut in die Quoten.

Whitelist: Die von der GGL veröffentlichte Liste aller lizenzierten Sportwettenanbieter in Deutschland. Die einzige verlässliche Quelle, um die Legalität eines Anbieters zu prüfen.

Win Total: Die vom Buchmacher prognostizierte Anzahl der Saisonsiege eines Teams. Wetter setzen auf Over oder Under.

Zig-Zag-Theorie: Wettstrategie, die darauf setzt, dass der Verlierer eines Playoff-Spiels im nächsten Spiel zurückschlägt. Historisch leicht über dem Zufallsniveau, aber als alleinige Strategie unzureichend.

Dieses Glossar deckt die Begriffe ab, die Sie für 95 Prozent aller NBA-Wett-Situationen brauchen. Wenn Sie auf einen unbekannten Begriff stoßen, der hier fehlt – die Wahrscheinlichkeit ist gut, dass er entweder eine regionale Variante eines der obigen ist oder ein Marketing-Begriff eines Buchmachers, den Sie getrost ignorieren können. Wer die Begriffe im Kontext einer vollständigen Analyse sehen möchte, findet im Überblick aller NBA-Wettarten die passende Anwendung.

Was bedeutet "Juice" bei NBA Wetten?
Juice, auch Vig oder Vigorish genannt, ist die eingebaute Marge des Buchmachers in den Quoten. Bei NBA-Hauptmärkten liegt die Juice typischerweise bei 4 bis 8 Prozent. Sie zeigt sich darin, dass die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten beider Seiten eines Marktes über 100 Prozent liegt. Je niedriger die Juice, desto fairer sind die Quoten für den Wetter.
Was ist der Unterschied zwischen Spread und Handicap?
Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied – beide Begriffe bezeichnen dasselbe Konzept. Spread oder Point Spread ist der im englischsprachigen und internationalen Wettmarkt gängige Begriff. Handicap ist die häufigere Bezeichnung bei deutschen und europäischen Anbietern. Die Funktionsweise ist identisch: Der Favorit erhält einen virtuellen Punkteabzug, der Underdog einen Bonus.